So pflegen Sie Ihren Hund zu Hause wie ein Profi

Golden retriever being brushed on a grooming table at home by its owner - Petifo

Verfasst vom Expertenteam von Petifo · Aktualisiert im Juli 2026 · Lesezeit: 8 Min.

Kurzantwort: Mit den richtigen Utensilien und einer ruhigen Routine können Sie Ihren Hund zu Hause auf professionellem Niveau baden, trocknen und pflegen – und dabei Hunderte Euro im Jahr sparen und gleichzeitig die Bindung zu Ihrem Haustier stärken.

Professionelle Pflegesitzungen können leicht 50–100 € pro Besuch kosten. Für viele Hunde bedeuten sie außerdem stressige Autofahrten, eine ungewohnte Umgebung und langes Warten. Die gute Nachricht? Mit etwas Know-how, der richtigen Ausstattung und etwas Geduld lässt sich das meiste, was ein professioneller Hundefriseur macht, auch zu Hause erledigen.

Dieser Leitfaden führt Sie durch jeden Schritt – von der Auswahl der richtigen Bürste für den Felltyp Ihres Hundes über das Baden und Trocknen bis hin zu den letzten Handgriffen wie dem Krallenschneiden und der Ohrenreinigung.

Warum sollten Sie Ihren Hund zu Hause pflegen?

Bevor wir uns der richtigen Technik widmen, lohnt es sich zu verstehen, warum die Pflege zu Hause eine so sinnvolle Investition Ihrer Zeit ist.

Kostenersparnis. Hundebesitzer, die ihren Hund alle sechs bis acht Wochen im Salon pflegen lassen, geben durchschnittlich 400 bis 800 € pro Jahr aus. Eine einmalige Investition in hochwertige Pflegeutensilien macht sich innerhalb weniger Monate bezahlt.

Weniger Stress. Laut der RSPCA lösen Salonbesuche bei vielen Hunden Angst aus. Die Pflege in vertrauter Umgebung durch eine vertraute Bezugsperson hält den Cortisolspiegel niedrig und macht das Erlebnis insgesamt angenehmer.

Eine stärkere Bindung. Regelmäßiger, sanfter Körperkontakt schafft Vertrauen. Hunde, die schon in jungen Jahren zu Hause gepflegt werden, sind bei tierärztlichen Untersuchungen meist ruhiger und lassen sich von Fremden eher anfassen.

Gesundheitsprobleme früh erkennen. Wenn Sie Ihren Hund selbst pflegen, bemerken Sie eher frühzeitig Knoten, Hautreizungen, Parasiten oder Zahnprobleme – und können so möglicherweise später Tierarztkosten sparen.

✓ Gut zu wissen: Die PDSA empfiehlt, Ihren Hund mindestens einmal pro Woche zu bürsten. Langhaarige Rassen profitieren jedoch von täglichem Bürsten, um Verfilzungen vorzubeugen.

Unverzichtbare Pflegeutensilien

Sie brauchen keine komplette Salon-Ausstattung, aber die richtigen Basics machen einen großen Unterschied bei den Ergebnissen und der Sicherheit.

  • Kardätsche — ideal, um lose Haare, Knoten und leichte Verfilzungen aus mittellangem bis langem Fell zu entfernen.
  • Borstenbürste — geeignet für kurzhaarige Rassen und verleiht dem Fell nach dem Baden Glanz.
  • Unterfellrechen oder Entfilzungswerkzeug — unverzichtbar für Rassen mit doppeltem Fell wie Huskys oder Golden Retriever.
  • Hundeshampoo — Shampoo für Menschen bringt den pH-Wert der Hundehaut aus dem Gleichgewicht. Wählen Sie eine milde, seifenfreie Formel.
  • Tierhaartrockner — ein speziell für Haustiere entwickelter Trockner arbeitet mit sicheren Temperaturen und Luftstromstärken. Ein Haartrockner für Menschen kann dagegen empfindliche Haut überhitzen.
  • Fellpflegetisch — ein rutschfester, höhenverstellbarer Tisch gibt Ihrem Hund sicheren Halt und schont Ihren Rücken.
  • Krallenschere oder Krallenschleifer — Guillotine-Krallenscheren eignen sich für kleine bis mittelgroße Hunde; bei größeren Rassen bieten Schleifer mehr Kontrolle.
  • Ohrenreiniger und Wattepads — verwenden Sie niemals Wattestäbchen im Gehörgang.
Hundepflegeutensilien auf einem Tisch, darunter Bürsten, Shampoo und ein Tierhaartrockner – Petifo

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Baden

Das Baden ist der Mittelpunkt jeder Fellpflege. Befolgen Sie diese Schritte für eine gründliche, stressfreie Reinigung.

1. Vor dem Baden bürsten. Entfernen Sie Verfilzungen und lose Haare immer, bevor Sie das Fell nass machen. Durch Wasser ziehen sich Verfilzungen zusammen und lassen sich hinterher kaum noch ausbürsten. Arbeiten Sie das Fell Strähne für Strähne durch und achten Sie besonders auf die Stellen hinter den Ohren, an der Brust und an den Hinterläufen.

2. Den Badebereich vorbereiten. Eine begehbare Dusche, ein Ausgussbecken oder eine Gartenwanne eignen sich gut. Legen Sie eine rutschfeste Matte auf den Boden, damit Ihr Hund sicheren Halt hat. Legen Sie Shampoo, Conditioner (falls Sie einen verwenden) und einen Krug oder eine abnehmbare Brause griffbereit bereit.

3. Das Fell gründlich durchnässen. Verwenden Sie lauwarmes Wasser – testen Sie es an der Innenseite Ihres Handgelenks. Beginnen Sie an den Schultern und arbeiten Sie sich nach hinten vor; den Kopf lassen Sie zunächst aus. Viele Hunde mögen kein Wasser im Gesicht. Wenn es möglichst lange trocken bleibt, verringert das ihre Angst.

4. Shampoo auftragen und einmassieren. Verdünnen Sie das Shampoo, wenn es auf der Flasche angegeben ist, und arbeiten Sie es dann mit den Fingerspitzen in kreisenden Bewegungen ins Fell ein. Vergessen Sie nicht den Bauch, die Pfoten und die Stelle unter dem Schwanz.

5. Gründlich ausspülen. Shampoo-Rückstände verursachen Juckreiz und schuppige Haut. Spülen Sie so lange, bis das Wasser vollkommen klar ist – und dann zur Sicherheit noch einmal.

6. Reinigen Sie das Gesicht vorsichtig. Verwenden Sie ein feuchtes Tuch für die Augenpartie und den Fang. Bei Rassen mit Schlappohren, die anfällig für Infektionen sind, wischen Sie die Innenseite der Ohrmuschel mit einem vom Tierarzt empfohlenen Ohrenreiniger ab.

★ Tipp: Verteile eine dünne Schicht Erdnussbutter (xylitfrei) an der Duschwand auf Höhe der Hundenase. So hat dein Hund etwas, worauf er sich konzentrieren kann, und das Baden wird zu einem positiven Erlebnis.

Trocknungsmethoden: Handtuch, Föhn oder Trocknungsbox

Das richtige Trocknen ist wohl der am häufigsten übersehene Schritt bei der Fellpflege zu Hause, dabei ist es entscheidend. Feuchtes Fell kann Bakterien beherbergen, zu Hautreizungen führen und dafür sorgen, dass dein Zuhause deutlich nach „Hund“ riecht.

Mit dem Handtuch trocknen entfernt Feuchtigkeit von der Felloberfläche, erreicht bei dicht behaarten Rassen aber selten die Unterwolle. Es ist ein guter erster Schritt, reicht allein aber selten aus. Tupfe das Fell trocken, statt es zu reiben - kräftiges Reiben verursacht Verfilzungen.

Hundeföhne sind speziell mit einstellbaren Temperatur- und Luftstromeinstellungen ausgestattet, die die Haut deines Hundes nicht verbrennen. Sie trocknen das Fell schnell und helfen dir, es beim Bürsten glatt zu föhnen, für ein frisches Ergebnis wie aus dem Salon. Der Hundeverein rät, die Düse mindestens 15 cm von der Haut entfernt zu halten und eine niedrige Wärmestufe zu verwenden, um Unbehagen zu vermeiden.

Trocknungsboxen bieten eine freihändige Alternative, die besonders für Hunde geeignet ist, denen der gezielte Luftstrom unangenehm ist. Dein Hund sitzt bequem darin, während warme, zirkulierende Luft das Fell gleichmäßig von allen Seiten trocknet - ähnlich einer sanften, warmen Brise.

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Fellpflege nach Felltyp

Nicht jedes Fell ist gleich. Wenn du deine Pflege auf den jeweiligen Felltyp deines Hundes abstimmst, erzielst du deutlich bessere Ergebnisse.

Kurzes, glattes Fell (Beagles, Boxer): Bürste das Fell wöchentlich mit einer Borstenbürste. Baden alle 8–12 Wochen reicht aus. Dieses Fell trocknet schnell mit einem Handtuch und einem kurzen Luftstoß aus einem Hundeföhn.

Doppelfell (Labradore, Deutsche Schäferhunde): Verwende vor dem Baden einen Unterwollrechen. Diese Rassen verlieren zweimal im Jahr besonders viel Fell und profitieren in diesen Phasen von zusätzlichem Bürsten. Ein Hochgeschwindigkeitsföhn eignet sich ideal, um nach dem Baden lose Unterwolle auszublasen.

Langes, seidiges Fell (Shih Tzus, Malteser): Tägliches Bürsten verhindert Verfilzungen. Verwende zunächst eine Zupfbürste und anschließend einen Metallkamm. Trockne das Fell mit einem Haustierföhn und bürste es dabei abschnittsweise glatt.

Lockiges und wolliges Fell (Pudel, Doodle-Mischlinge): Dieses Fell verfilzt leicht, obwohl es nur wenig haart. Bürste es jeden zweiten Tag. Beginne mit Hygieneschuren (Pfoten, Intimbereich, Augen), bevor du dich an eine Ganzkörperschur wagst.

Verschiedene Hunderassen mit unterschiedlichen Felltypen von kurz bis lockig - Petifo

Grundlagen zum Krallenschneiden und zur Ohrenpflege

Diese letzten Handgriffe runden eine vollständige Pflegesitzung ab und tragen zur allgemeinen Gesundheit deines Hundes bei.

Krallen schneiden. Wenn du die Krallen auf harten Böden klackern hörst, sind sie zu lang. Schneide immer nur kleine Stücke ab, um das Leben (das Blutgefäß im Inneren der Kralle) nicht zu verletzen. Bei hellen Krallen ist das Leben als rosa Bereich zu sehen; bei dunklen Krallen solltest du aufhören, sobald du im Querschnitt einen kreidig-weißen Ring siehst. Halte blutstillendes Pulver bereit.

Ohren reinigen. Die Blue Cross empfiehlt, die Ohren wöchentlich auf Rötungen, Geruch oder Ausfluss zu untersuchen. Gib einige Tropfen eines vom Tierarzt zugelassenen Ohrreinigers in den Gehörgang, massiere die Ohrbasis 20–30 Sekunden lang, lass deinen Hund den Kopf schütteln und wische anschließend Rückstände mit einem Wattepad ab.

&x26A0;&xFE0F; Wichtig: Stecke niemals etwas in den Gehörgang deines Hundes. Wenn du bemerkst, dass er ständig den Kopf schüttelt, unangenehm riecht oder dunklen Ausfluss hat, wende dich an deinen Tierarzt – dies können Anzeichen einer Infektion sein, die Medikamente erfordert.

Deinen heimischen Pflegeplatz einrichten

Du brauchst keinen ganzen Raum – eine Ecke im Hauswirtschaftsraum oder in der Garage eignet sich perfekt.

Ein stabiler, höhenverstellbarer Hundepflegetisch ist die größte Verbesserung, die du vornehmen kannst. So musst du dich nicht über deinen Hund auf dem Boden beugen, und die rutschfeste Oberfläche sorgt dafür, dass sich dein Haustier sicher und ruhig fühlt. Kombiniere ihn mit einem Pflegearm und einer Schlaufe, damit du die Hände frei hast.

Zum Trocknen eignet sich eine Trocknungsbox, wenn dein Hund vor Handtrocknern Angst hat. Viele Halter stellen fest, dass ihr Hund tatsächlich gerne in dem warmen, geschlossenen Raum sitzt – manche schlafen sogar ein.

Bewahre alle Werkzeuge in einem Behälter oder einer Wandhalterung auf, damit alles griffbereit ist und du deinen Hund auf dem Tisch nie unbeaufsichtigt lassen musst.

Häufig gestellte Fragen

1. Wie oft sollte ich meinen Hund zu Hause baden?

Die meisten Hunde kommen mit einem Bad alle vier bis acht Wochen gut zurecht. Zu häufiges Baden entfernt natürliche Öle und kann trockene, gereizte Haut verursachen. Aktive Hunde, die viel draußen sind, oder Rassen, die zu Hautproblemen neigen, müssen eventuell etwas häufiger gebadet werden — frage deinen Tierarzt nach rassespezifischen Empfehlungen.

2. Kann ich bei meinem Hund einen menschlichen Haartrockner verwenden?

Das wird nicht empfohlen. Menschliche Haartrockner können Temperaturen erreichen, die die Haut eines Hundes verbrennen, und das Geräusch ist oft sehr belastend. Ein speziell für Haustiere entwickelter Föhn hat niedrigere Temperatureinstellungen, einen regulierbaren Luftstrom und arbeitet leiser.

3. Mein Hund hasst die Fellpflege. Was kann ich tun?

Beginne mit sehr kurzen Einheiten (zwei bis drei Minuten) und kombiniere sie mit besonders begehrten Leckerlis. Verlängere die Dauer über mehrere Wochen schrittweise. Bleib ruhig und halte deinen Hund nicht gewaltsam fest. Bei starker Angst wende dich an eine qualifizierte Verhaltensberaterin oder einen qualifizierten Verhaltensberater.

4. Woran erkenne ich, ob ein Filzknoten zu stark verfilzt ist, um ihn auszubürsten?

Wenn ein Filzknoten dicht an der Haut sitzt und du keinen Kamm darunter schieben kannst, sollte er vorsichtig mit einer Schere mit stumpfer Spitze oder einer Schermaschine herausgeschnitten werden, statt daran zu ziehen. Das Ziehen an festen Filzknoten verursacht Schmerzen und kann die Haut verletzen.

5. Brauche ich einen Pflegetisch oder kann ich den Boden benutzen?

Du kannst deinen Hund auf dem Boden pflegen, aber ein Pflegetisch macht einen großen Unterschied. Die erhöhte, rutschfeste Fläche hilft deinem Hund, ruhig stehen zu bleiben, ermöglicht dir einen besseren Zugang zu allen Körperstellen und schont bei längeren Pflegesitzungen deinen Rücken und deine Knie.

6. Was soll ich tun, wenn ich beim Krallenschneiden das Leben treffe?

Gib blutstillendes Pulver oder Maisstärke auf die Nagelspitze und drücke 30 Sekunden lang fest darauf. Die Blutung sollte innerhalb von ein bis zwei Minuten aufhören. Beruhige deinen Hund und sprich ihm gut zu. Wenn die Blutung nach fünf Minuten nicht aufgehört hat, wende dich an deinen Tierarzt.

7. Ab welchem Alter kann ich mit der Fellpflege meines Welpen zu Hause beginnen?

Mit etwa acht Wochen kannst du mit vorsichtigem Handling und kurzen Bürsteinheiten beginnen. In dieser Phase geht es darum, deinen Welpen an die Pflege zu gewöhnen, nicht um eine vollständige Fellpflege. Lass deinen Welpen an den Werkzeugen schnuppern, belohne ruhiges Verhalten und halte jede Einheit unter fünf Minuten.

Quellen

  • RSPCA — Hinweise zur Hundepflege und zum Tierwohl
  • PDSA — Fellpflege und Häufigkeit des Bürstens
  • The Kennel Club — Rassespezifische Pflegehinweise
  • Blue Cross — Ohrenpflege und Gesundheitschecks
  • PetMD — Techniken und Sicherheit beim Krallenschneiden